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Jazz trifft Bach. Adventskonzert in der Auferstehungskirche

300 Jahre trennen die beiden Komponisten Johann Sebastian Bach und Christian Gabriel und deren beim Adventskonzert in der Auferstehungskirche aufgeführte Werke: die Kantate Nr. 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“ und die „Jazzmesse“. Die dennoch vorhandene Homogenität des Programms liegt sicher auch daran, dass Christian Gabriel in seinem 2003 komponierten Werk die originalen Messtexte verwendet, die seit Jahrhunderten von Komponisten der verschiedensten Stilrichtungen vertont werden.

In fast elegischer Grundstimmung im langsamen Dreivierteltakt erklingt das Kyrie, vom Chor ausdrucksvoll gesungen. Im Gloria stellt das Duett „Qui tollis peccata mundi“ einen ersten Höhepunkt dar, von der Mezzosopranistin Daniela Jungblut und dem Tenor Martin Platz mit tiefem Ausdruck gestaltet.

Rhythmisch fetzig wird es dann erstmals im „Quoniam tu solus sanctus“, wo das Orchester von Hermann Schwander an den Pauken und dem Hornisten Wilfried Krüger kräftig unterstützt wird. Und auch der Chor trumpft hier klangvoll auf. „Techno“ ist das Credo überschrieben; die beiden Vokalsolisten agieren durchweg im Sprechgesang, das Streichorchester spielt im Stil einer Band mit sich wiederholenden Begleitfiguren.

Der vom Text her längste Teil der Messe läuft ohne musikalische Höhepunkte in einer gleichbleibenden Grundstimmung ab. Einen gewaltigen Gegensatz dazu stellt das folgende Sanctus mit fast einschmeichelnden Melodien in traditioneller Harmonik dar - dankbare Aufgaben sowohl für den Chor als auch für die Vokalsolisten.

Das gilt auch für das Benedictus, das der Solotenor im wiegenden Sechsachteltakt über dem Pizzicato der Streicher darbietet. Das fetzige „Osanna in excelsis“, vom Chor rhythmisch präzis dargeboten, bildet einen markanten Gegensatz zu den melodischen Teilen. Auch das Agnus Dei ist zunächst von Klangschönheit im Duett der beiden Vokalsolisten geprägt, ehe es dann im „Dona nobis pacem“ richtig jazzig wird - Swing pur! Dazu tragen der gezupfte Kontrabass, Pauken und Horn wesentlich bei, ein mitreißender Schluss dieser Jazzmesse.

Klangschön und vielseitig

Der Konzertchor Nürnberg-Fürth mit klangschönen Sopranstimmen auch in hoher Lage und einer exakt singenden Männerriege meistert den anspruchsvollen Chorpart überzeugend. Und mit der Interpretation der Bachkantate beweist er auch seine musikalische Vielseitigkeit. Das KlangKonzepteEnsemble der Neuen Pegnitzschäfer beschränkt sich in beiden Werken nicht nur auf die Begleitung, sondern ist aktiver Mitgestalter. Daniela Jungblut ist mit ihrem fülligen Mezzosopran eine ideale Besetzung in der Jazzmesse. Mit einer in allen Lagen ausgeglichenen Tenorstimme und klangvoller Höhe beeindruckt Martin Platz.

Bassist Michael Herrschel gestaltet sein Rezitativ in der Bachkantate ausdrucksvoll, und Organistin Sirka Schwartz-Uppendieck ist eine sichere Stütze von der Empore herab. Christian Gabriel ist ein überlegener Leiter, der Solisten, Chor und Orchester zu einer präzisen musikalischen Einheit formt.

Günter Greb, Fürther Nachrichten - Montag, 5. Dezember 2011, Seite 4


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